20 Jahre Guts Pie Earshot, das ist eine orientalisch-anmutende Mixtur aus höchst tanzbarem Techno, Breakbeat, Punk, Jazz und World Music, verbunden mit der rohen Punk- Energie aus unseren Anfangstagen.Ursprünglich aus der Punkszene stammend, wurden GUTS PIE EARSHOT in den 90er Jahren schon – damals mit mehr Mitgliedern – als Avantgarde-Legende des undogmatischen Hardcore auf unzähligen Festivals und Konzerten gefeiert. Sie haben eine vielschichtige Konsens-Fanbase geschaffen wie sonst nur wenige Bands und zählen zu einer der innovativsten Bands der alternativen Musikszene Deutschlands. Man lässt sich treiben wie auf einer Techno-Party, pogt wie auf einem Punk-Konzert oder sieht fasziniert zu, wie der Cellist seinem Instrument gleichermassen diese luftigen wie dröhnigen Klangfarben zu entlocken weiss, während der Schlagzeuger am Rande des Menschenmöglichen explodierende Breakbeats in rasenden Geschwindigkeiten herbeiprügelt.  Trotz minimalistischer Besetzung kommen keine elektronischen Stützen wie Sampler oder Laptop zum Einsatz – kaum zu glauben, hört man die dichten, hypnotischen Sounds der Band. Ungestüm sind sie geblieben: GUTS PIE EARSHOT haben sich ihre politischen PunkRoots und ihre EmoPower aus den alten Tagen bewahrt. Und die Kraft, mit der das Duo seinem Publikum Soundwände um die Ohren und in die Tanzbeine schmettert.

 

Jesus ist tot. Punk auch. Und selbst wenn’s Spinner gibt, die das leugnen: Deal with it. Machen Hildegard von Binge Drinking ja auch. Von Punk ist nur das Skelett übrig, das Direkte, die Wut – nicht das Wiederkäuen des immer gleichen Einheitsbreis und der Glaube daran, dass kurz nach Discharge die Geschichte aufgehört hat. Apropos Glaube: Der war noch nie in the mix. Dafür Krautrock oder zumindest heilsame Essenzen davon: Schlagzeug motorisch. Synthieläufe von hier bis Wolperath. Und der Vocoder, der schon bei Kraftwerk aus dem mittelmäßigen Sänger Ralf Hütter den grandiosen Sänger Ralf Hütter gemacht hat.
Wie das klingt? Kalt, wie sowjetischer New Wave aus den 80ern. Aus einer Zeit, als die Welt noch unterging. Künstlich, wie Synthesizer eben klingen – oder besser: wie ein Synthesizer eben klingt, schließlich ist es nur einer. Authentizität ist überbewertet, analog sowieso. Kompakt, weil es doch nur ein Duo ist. Auch wenn sich diese Chöre nach mehr anhören.

GUTS PIE EARSHOT + Hildegard von Binge Drinking
Wann
Freitag, 24. November 2017
20:00 - Alle Altersgruppen Tickets kaufen
Wo
Börsenstr.73
26382 Wilhelmshaven
Wilhelmshaven, Niedersachsen, Deutschland 26382

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